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Elfmeterentscheidung Hannover 96 – Hoffenheim (10. Spielminute/0:1)

Spieldatum: 26.10.2013
Das Bundesligaspiel des 10. Spieltages zwischen Hannover 96 und Hoffenheim bietet genug Gesprächsbedarf für die weite Fußballwelt. Das Spiel war gespickt mit schwierigen und dem zu Folge harten Schiedsrichterentscheidungen – deutlich zum Nachteil von Hannover 96, die zwei Platzverweise und einen Elfmeter nach dem Abpfiff zu Buche stehen hatten.

Stieler leitete Niederlage Hannovers ein

Die brisanteste und wohl schon spielentscheidende Szene ereignete sich in der 10. Minute. Ein Elfmeterpfiff und die schnellste Ampelkarte der Bundesligageschichte waren die Folge der Minute zehn in der „AWD Arena“ von Hannover. Hoffenheim in Person von Roberto Firmino war in Ballbesitz. Der Hoffenheimer Youngstar behauptete den Ball im Mittelfeld in der Hälfte des Gegners. Mit gutem Auge und toller Technik spielte er einen flachen, tiefen Ball zwischen den Verteidigern Hannovers hindurch in Richtung Ron – Robert Zieler.

Dieser Pass leitete das Laufduell zwischen Hannovers Schulz und dem Hoffeheimer Modeste ein. Zwischen beiden kommt es im Strafraum halb – rechts vor dem Hannoveraner Tor zum Zweikampf in dem erst Schulz, dann Modeste zu Boden gehen. Für den jungen Schiedsrichter Tobias Stieler wohl eine klare Sache – ohne zu zögern zeigte er auf den Punkt. Doch die Reaktion der Spieler, Funktionäre und der Fans Hannovers lies anders erahnen. Heftige Proteste waren die Folge dieser Entscheidung.

Fehlentscheidung und Phantomtor im Hinterkopf?

Doch schaut man sich die Szene noch einmal an, wird deutlich, dass hier der Referee wohl zu schnell auf den Punkt zeigte. Beide Spieler waren zur selben Zeit auf Höhe des Balles, wobei im weiteren Verlauf erkennbar wird, dass nicht Schulz das Foul begeht, in dem er Modeste mit einem Tackling zu Fall bringt, sondern der Stürmer der Hoffeheimer ungestüm in Schulz hinein rennt und diesen damit aus dem Gleichgewicht und in Folge dessen zu Fall bringt. Daraufhin fällt Modeste ebenfalls, aber nur auf der Grundlage, weil er selbst durch sein ungestümes Anlaufen das Gleichgewicht nach dem Körperkontakt mit Schulz verlor.

Diese Situation ist sehr kritisch zu bewerten, da Schiedsrichter Tobias Stieler in einem schlechten Winkel und einer schlechten Position zur Situation stand. Hatte Schiedsrichter Stieler selbst Zweifel in der Situation und entschied aufgrund der Geschehnisse der letzten Woche lieber zu Gunsten Hoffeheims? Wollte er mit dieser Entscheidung eher die Fehlentscheidung zu Lasten Hannovers in Kauf nehmen, um bei einer weiteren Fehlentscheidung gegen Hoffenheim, die ziehenden Kreise des Phantomtores nicht noch zu vergrößern?

All dies sind Spekulationen, die durch das Tor der letzten Woche nicht ausbleiben.
Fest steht jedoch, dass die Elfmeterentscheidung falsch war und somit verbunden mit der nur wenige Minuten später folgenden schnellsten Ampelkarte der Bundesligageschichte, die Hannoveraner Niederlage einleitete.

Autor: Tom Wolny