Schlagwort-Archiv: Norbert Grudzisnki

Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg, Zerstörung einer guten Schiedsrichterleistung

Datum: 25.01.2014
19. Bundesligaspieltag: Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg

Ein zu Beginn flottes Spiel, welches in seinem weiteren Verlauf stark an Qualität verlor, jedoch in seinen Schlussminuten den Aufreger des Spieltags beinhaltete.

Verflachung einer Partie mit Raketenstart

Im Spiel der Berliner Hertha gegen, den in die Rückrunde gut gestarteten Club aus Nürnberg, begann ohne jegliche Vorwarnung mit einem Paukenschlag. Ronny brachte einen sehr gut geschlagenen Eckball auf den ersten Pfosten. Dort setzte sich Adrian Ramos gegen zwei Nürnberger – Bewacher durch und köpfte zur 1:0 – Führung für die „Alte Dame“ ein (4.).

Das Spiel lebte von dem tollen Passspiel der Berliner in den Anfangsminuten. Schnelle Pässe fanden immer wieder ihren Weg durch die überforderte fränkische Deckung. Allein der Torschütze, Adrian Ramos, hätte in diesen Minuten die Führung ausbauen müssen (7./10.).

Völlig überraschend und wie aus dem Nichts brachte Markus Feulner die Cluberer zurück ins Spiel und egalisierte mit seinem platzierten Flachschuss, nach einer verunglückten Abwehr der Berliner Verteidiger, die Führung der Gastgeber (20.).

Die anfängliche, von der zeitigen Führung gepushte, Dominanz der Gastgeber war wie weggeblasen. Nun spielte nur noch der 1.FC aus Nürnberg. Aus der nicht nur optischen Überlegenheit der Gäste ergaben sich mehrere gute Chancen für einen Führungstreffer.

Doch dem Wechsel der Tonangabe im Olympiastadion von Berlin nicht genug: gegen Ende der ersten Hälfte übernahmen die Gastgeber wieder das Kommando und setzten die Nürnberger stark unter Druck. Einzig und allein Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer konnte sich in diesen Minuten gegen eine toll agierende Hertha wehren.

Die abwechslungsreiche und völlig offene Partie verflachte in Durchgang zwei mehr und mehr. Geprägt von einer deutlich aggressiveren und ruppigeren Gangart mit vielen kleinen Fouls und einer Mehrzahl von Fehlpässen verlor die Partie zunehmend an Spielfluss.

Doch dann schlug die Stunde des Josip Drmic, welcher nach einem Pfostenknaller Ginczeks, die 2:1 Führung für die Gäste herstellte.

Die Schlussminuten brachten noch einmal Aufregung in die Partie. Nach einer Zurücknahme der Elfmeterentscheidung (88.) für die Gastgeber aus Berlin, zeigte Schiedsrichter Weiner wenige Minuten später auf der anderen Seite auf den Punkt und ebnete so den Weg für den entscheidenden dritten Treffer für die Gäste (90.+4).

Zerstörung einer guten Schiedsrichterleistung

Doch welche Situation ereignete sich in der 88. Spielminute, als der Unparteiische sein schnelle und deutliche Entscheidung zurücknahm?

Der Torhüter der Cluberer Raphael Schäfer konnte einen langen Ball der Berliner nur unzureichend klären, den anschließende Schuss Ronnys klärte, der auf der Linie stehende Petrak klar und deutlich mit der Hand. So auch eine einfache Angelegenheit für den Referee aus Giesen.

Problem an dieser einfachen Elfmeterentscheidung: Schiedsrichterassistent Norbert Grudzisnki, welcher vor dem Handspiel des Nürnberger Verteidigers, auf die Abseitsstellung von Adrian Ramos aufmerksam machte.

Nach einem kurzen beratenden Gespräch der Unparteiischen nahm Michael Weiner seine Entscheidung zurück und ließ das Spiel mit Freistoß für die Gäste fortführen.

Doch mit dieser Fehlentscheidung vermieste sich das sonst souverän agierend Schiedsrichtergespann seine Leistung. Denn es hätte einen Elfmeter und die Rote Karte wegen absichtlichen Handspiels geben müssen, da sich der Berliner Angreifer nicht aktiv und somit nicht strafbar im Moment der Ballabgabe im Abseits befand.

Das Schiedsrichterteam um Michael Weiner brachte hierbei die Berliner um den möglichen Ausgleich in der Schlussphase der Partie.

Autor: Tom Wolny