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Köln hadert mit dem Unparteiischen

Datum: 29.11.2014

13. Bundesligaspieltag: Bayer 04 Leverkusen – 1. FC Köln

Lange Zeit schien der Defensivplan von Köln Trainer Peter Stöger aufzugehen. Hakan Calhanoglu erlöste seine Mannschaft vor heimischer Kulisse mit seinem traumhaften Freistoßtor und wirkte somit als Initiator für eine herbe 1:5 Niederlage aus Sicher der Gäste.

Traumtor als Knotenlöser

Bereits nach fünf Minuten hatte die Begegnung ihren ersten Aufreger. Lehmann tauchte frei vor Bernd Leno auf, umkurvte ihn wurde dabei jedoch vom Schlussmann der Werkself gefoult: Elfmeter. Der gefoulte selbst trat an und verwandelte sicher zur 1:0 Führung der Gäste (4.).

In der Folgezeit stand der Aufsteiger aus Köln defensiv sicher und lauerte auf schnelle und präzise Entlastungsangriffe. Hingegen fand die Bayer – Elf kein Mittel um den sicheren Abwehrverbund der Gäste zu durchbrechen.

Trotz 70 Prozent Ballbesitz gelang es den Hausherren nicht gefährliche Torraumszenen zu kreieren. In der 26. Spielminute war es ein Freistoß von Hakan Calhanoglu, welcher Köln Schlussmann zu einem Fehler zwang. Dieser lies den Ball abprallen und Bellarabi staubte zum 1:1 ab.

Nach der Pause riss die Werkself das Geschehen direkt wieder an sich, ohne sich jedoch entscheidend durchsetzen zu können.

So dauerte es bis zur 61. Spielminute ehe die Spezialität von Leverkusens Calhanoglu wieder einmal den Sieg für die Leverkusener einleiten sollte. Sein Traumfreistoß, welchen er über die Mauer unhaltbar in den Winkel des Tores zirkelte, sorgte für die 2:1 Führung der Gastgeber.

Nun musste der FC seine defensive Haltung ablegen und selbst aktiv werden. Dies wurde gnadenlos bestraft. In der Schlussminute war es Drmic, welcher in der 79. und 88. Spielminute seinen Doppelpack schnürte und das Ergebnis auf 4:1 korrigierte.

Kurz vor Ende der Partie war es Bellarabi, welcher ebenfalls seinen zweiten Treffer markieren durfte. Nach einem Pass von Drmic, lupfte der Nationalspieler den Ball zum 5:1 Endstand unhaltbar in die Maschen (90.+ 1).

Köln hadert mit dem Unparteiischen

Der 1.FC Köln fühlt sich vom Schiedsrichtergespann um Punkte gebracht. Zwar hatte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer bereits nach vier Minuten nach dem Eingreifen von Leno gegen Lehmann folgerichtig auf den Punkt gezeigt, doch hätte er es wenige Minuten später erneut tun müssen.

Nach einem zu kurzen Rückpass der Leverkusener erlief Ujah den Ball vor Leno, welcher den Kölner Angreifer zu Fall brachte.

Doch der Pfiff des Referees aus Herne blieb in dieser Situation aus unerklärlichen Gründen aus. Vielleicht zeigte der Schiedsrichter gewissen Respekt oder hatte einfach nur Angst einen zweiten Elfmeter gegen Leverkusen vor heimischem Publikum zu ahnden.

Wie auch immer. Diese Entscheidung war falsch und hätte für den FC den zweiten Elfmeter bringen und den Platzverweis für Bern Leno nach sich ziehen müssen.

Somit gilt diese Leistung des sonst sehr souveränen Leiter des Spiels, Thorsten Kinhöfer, als mangelhaft einzustufen, da dieser gleich doppelt direkt auf den Spielverlauf einwirkte.

Autor: Tom Wolny

Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg, Zerstörung einer guten Schiedsrichterleistung

Datum: 25.01.2014
19. Bundesligaspieltag: Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg

Ein zu Beginn flottes Spiel, welches in seinem weiteren Verlauf stark an Qualität verlor, jedoch in seinen Schlussminuten den Aufreger des Spieltags beinhaltete.

Verflachung einer Partie mit Raketenstart

Im Spiel der Berliner Hertha gegen, den in die Rückrunde gut gestarteten Club aus Nürnberg, begann ohne jegliche Vorwarnung mit einem Paukenschlag. Ronny brachte einen sehr gut geschlagenen Eckball auf den ersten Pfosten. Dort setzte sich Adrian Ramos gegen zwei Nürnberger – Bewacher durch und köpfte zur 1:0 – Führung für die „Alte Dame“ ein (4.).

Das Spiel lebte von dem tollen Passspiel der Berliner in den Anfangsminuten. Schnelle Pässe fanden immer wieder ihren Weg durch die überforderte fränkische Deckung. Allein der Torschütze, Adrian Ramos, hätte in diesen Minuten die Führung ausbauen müssen (7./10.).

Völlig überraschend und wie aus dem Nichts brachte Markus Feulner die Cluberer zurück ins Spiel und egalisierte mit seinem platzierten Flachschuss, nach einer verunglückten Abwehr der Berliner Verteidiger, die Führung der Gastgeber (20.).

Die anfängliche, von der zeitigen Führung gepushte, Dominanz der Gastgeber war wie weggeblasen. Nun spielte nur noch der 1.FC aus Nürnberg. Aus der nicht nur optischen Überlegenheit der Gäste ergaben sich mehrere gute Chancen für einen Führungstreffer.

Doch dem Wechsel der Tonangabe im Olympiastadion von Berlin nicht genug: gegen Ende der ersten Hälfte übernahmen die Gastgeber wieder das Kommando und setzten die Nürnberger stark unter Druck. Einzig und allein Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer konnte sich in diesen Minuten gegen eine toll agierende Hertha wehren.

Die abwechslungsreiche und völlig offene Partie verflachte in Durchgang zwei mehr und mehr. Geprägt von einer deutlich aggressiveren und ruppigeren Gangart mit vielen kleinen Fouls und einer Mehrzahl von Fehlpässen verlor die Partie zunehmend an Spielfluss.

Doch dann schlug die Stunde des Josip Drmic, welcher nach einem Pfostenknaller Ginczeks, die 2:1 Führung für die Gäste herstellte.

Die Schlussminuten brachten noch einmal Aufregung in die Partie. Nach einer Zurücknahme der Elfmeterentscheidung (88.) für die Gastgeber aus Berlin, zeigte Schiedsrichter Weiner wenige Minuten später auf der anderen Seite auf den Punkt und ebnete so den Weg für den entscheidenden dritten Treffer für die Gäste (90.+4).

Zerstörung einer guten Schiedsrichterleistung

Doch welche Situation ereignete sich in der 88. Spielminute, als der Unparteiische sein schnelle und deutliche Entscheidung zurücknahm?

Der Torhüter der Cluberer Raphael Schäfer konnte einen langen Ball der Berliner nur unzureichend klären, den anschließende Schuss Ronnys klärte, der auf der Linie stehende Petrak klar und deutlich mit der Hand. So auch eine einfache Angelegenheit für den Referee aus Giesen.

Problem an dieser einfachen Elfmeterentscheidung: Schiedsrichterassistent Norbert Grudzisnki, welcher vor dem Handspiel des Nürnberger Verteidigers, auf die Abseitsstellung von Adrian Ramos aufmerksam machte.

Nach einem kurzen beratenden Gespräch der Unparteiischen nahm Michael Weiner seine Entscheidung zurück und ließ das Spiel mit Freistoß für die Gäste fortführen.

Doch mit dieser Fehlentscheidung vermieste sich das sonst souverän agierend Schiedsrichtergespann seine Leistung. Denn es hätte einen Elfmeter und die Rote Karte wegen absichtlichen Handspiels geben müssen, da sich der Berliner Angreifer nicht aktiv und somit nicht strafbar im Moment der Ballabgabe im Abseits befand.

Das Schiedsrichterteam um Michael Weiner brachte hierbei die Berliner um den möglichen Ausgleich in der Schlussphase der Partie.

Autor: Tom Wolny

Hannover 96 – 1. FC Nürnberg, klare Abseitsstellung von Diouf

Datum: 14.12.2013
16. Bundesligaspieltag: Hannover 96 – 1. FC Nürnberg

Der „Club“ aus Nürnberg gibt sicher geglaubte und ebenso wichtige Punkte gegen den Abstieg in der Nachspielzeit aus der Hand. Denn der Mann des Spiels, Mame Diouf, trifft in den Schlussminuten doppelt zum Ausgleich für Hannover.

Hohe Dramaturgie

Der arg gebeutelte 1. FC Nürnberg fand schnell ins Spiel und begann sehr engagiert. Nürnberg agierte hoch stehend und früh pressend in der Hälfte des Gegners. Gute Kombinationen im Mittelfeld und ein hoher Zug zum Tor ließen erste Torchancen folgen. Binnen sechs Minuten hatten Daniel Ginczek (6.), Josip Drmic (10.) und Mike Frantz (12.) gute Möglichkeiten den Ball zur 1:0 Führung für Nürnberg über die Linie zu drücken. Auf der Gegenseite ließ Mame Diouf die beste Chance der Hannoveraner in den Anfangsminuten liegen (13.).

In der Folgezeit übernahmen die Hausherren mehr und mehr das Geschehen, waren jedoch spielerisch nicht überzeugend, da der „Club“ aus einer sicheren Defensive heraus spielte. Vielmehr war die optische Überlegenheit Hannovers dem Vorwärtsdrang der Gäste geschuldet. Deren schnellangedachtes und angriffslustiges Spiel führte zu zahlreichen Ballverlusten.

In der 30. Spielminute belohnte sich Nürnberg für seine bemühte und engagierte Spielweise. Adam Hlousek traf nach einem tollen Solo von Hasebe zur 1:0 Gästeführung. Dieses Gegentor verunsicherte Hannover sichtlich. So kam es, dass der „Club“ wenige Minuten später nachlegen konnte. Drmic enteilte der Defensive Hannovers, nach einem Pass von Kiyotake, und erhöhte auf 0:2. Vor dem Pausenpfiff sollte es für passive und schlafende Hannoveraner noch schlimmer kommen: Per Nilsson nickte völlig ohne Gegenwehr den Nürnberger Eckball zur 0:3 Halbzeitführung ein.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Spielgeschehen kaum. Der Gast blieb sich seiner Marschroute treu und spielte weiterhin selbstbewusst nach vorn. Dafür wurde man doch leider nicht belohnt. Ganz im Gegenteil – „96“ erzielte in Person von Leonardo Bittencourt in der 60. Spielminute den 1:3 Anschlusstreffer.
Nun erwachte Hannover vor heimischer Kulisse aus dem Winterschlaf und legte eine hohe Leidenschaft an den Tag. Beste Möglichkeiten zur Korrektur des Ergebnisses wurden ausgelassen (61./65.).

Im weiteren Verlauf der Partie ergaben sich Chancen, deren Ausnutzen ausblieb, auf beiden Seiten. Kurz vor Ende der Partie brachte eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters Hannover nochmals heran – der sich im Abseits befindliche Diouf verkürzte auf 2:3 (87.). Zu allem Überfluss kam es wie es kommen musste. Nach einer strittigen Freistoßentscheidung erzielte erneut Mame Diouf im Nachsetzen den 3:3 Ausgleich und sicherte somit seiner Mannschaft einen Punkt gegen sichtlich enttäuschte „Cluberer“ (90. + 2).

Unparteiischer entscheidet Spielausgang

Schiedsrichter Torsten Kinnhöher benachteiligte stark spielende Nürnberger zu Ende des Spiels. Der Referee nahm durch zwei Fehlentscheidungen deutlichen Einfluss auf den Ausgang der Partie.

Zunächst übersah Kinnhöfer die klare Abseitsstellung von Diouf vor dem 2:3 in der 87. Minute. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln ist erkennbar, dass sich der Hannoveraner Torjäger, im Moment der Ballabgabe durch Sulejmani, näher zum gegnerischen Tor befindet, als Nürnbergs letzter Verteidiger in dieser Situation. Klare Fehlentscheidung.

Zu allem Überfluss gibt der Unparteiische in der Nachspielzeit einen sehr umstrittenen Freistoß zu Gunsten Hannovers, welcher den Ausgleich durch Diouf folgen lässt.

Summa summarum ist die Leistung Kinnhöfers an diesem Tag als sehr mangelhaft einzustufen, denn mit einer klaren Fehlentscheidung und einem mehr als strittigen Freistoßpfiff nahm er entscheidenden Einfluss auf die Partie und leitete unfreiwillig zwei Tore Mama Dioufs ein.

Autor: Tom Wolny