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Entscheidende Fehler

Datum: 01.11.2014

10. Bundesligaspieltag: Hannover 96 – Eintracht Frankfurt

Hannover 96 erspielte sich über den gesamten Spielverlauf ein klares Chancenplus, dennoch sah es lange Zeit nach einem torlosen Unentschieden aus. Erst wenige Minute vor dem Schlusspfiff sorgte ein Eigentor für den knappen Sieg der Gastgeber.

Hannover spielbestimmend

Die Hausherren übernahmen mit Beginn dieser Partie sofort die Kontrolle über den Gegner und das gesamte Spiel. Die Niedersachsen machten das Spielfeld breit und ließen den Ball mit vielen Pässen sehenswert durch die eigenen Reihen laufen. Immer wieder setzten sie zusätzlich Nadelstiche nach vorn.

Die Eintracht aus Frankfurt hingegen wurde stets durch das frühe Stören der Gastgeber überrascht und kam somit zu keinem wirklich Spielaufbau und ließ jeglichen Zugriff auf den Gegner vermissen.

In der 19. Spielminute war es dann soweit. Dachten die Zuschauer. Nach einer Flanke der 96er war es Briand, welcher diese in Tor köpfte. Doch Schiedsrichter Stegemann hatte hier ein Offensivfoul des Angreifers der Niedersachsen gesehen und erkannte diesen Treffer nicht an.

Mit zunehmender Spieldauer konnten die Gäste aus Frankfurt mehr und mehr für Entlastung sorgen. Bevorzugt suchten sie die schnellen Außen Aigner und Kittel. Doch insgesamt entwickelte der Gast zu wenig eigen Initiative und lies eine notwendige Durchschlagskraft vermissen.

Da auch die Hausherren eine letzte Chance vor dem Seitenwechsel liegen ließen, ging es mit einem torlosen Unentschieden in die Kabinen.

Der zweite Durchgang startete mit den gleichen Vorzeichen wie die ersten 45 Minuten. Hannover blieb spielbestimmend und drängte auf den Führungstreffer. Hingegen die Eintracht zog sich weit zurück und erwartete den Gegner tief in der eigenen Hälfte und konnte so nur durch Passivität auffällig werden.

Jedoch gelang es Hannover vor heimischem Publikum nicht die klare optische Überlegenheit in Tore umzumünzen. Immer wieder zeichnete sich Felix Wiedwald im Tor der Gäste mit tollen Paraden gegen die Angriffe der Hannoveraner aus.

Die Niedersachsen wurden langsam ungeduldig und vernachlässigten ihre Konzentration in der Defensive. Doch Zieler war zwei Mal zu Stelle und vereitelte die Chancen der Gäste, welche wie aus dem Nichts entstanden.

Die Schlussphase zeigte sich weiterhin offen, da die Hessen nun mehr und mehr in der Offensive aktiv wurden und so ein ausgeglichenes Spiel herstellten. Da auf beiden Seiten die gewissen Zielstrebigkeit und Durchschlagskraft fehlte, schien diese Partie torlos zu enden.

Doch wie aus dem Nichts markierte ausgerechnet ein Frankfurter den Siegtreffer für die Gastgeber. Nach einem Kiyotake Freistoß verlängerte Hannovers Marcelo den Ball auf den zweiten Pfosten. Alexander Madlung wollte diesen Ball klären, beförderte ihn aber mit seinem Oberschenkel unglücklich in das eigene Tor und führte so die Gastgeber aus Hannover zum Sieg (88.).

Entscheidende Fehler

Schiedsrichter Sascha Stegemann aus Niederkassel zeigte ein sicheres und gutes Auftreten in seiner gesamten Leitung es Spiels. Er erwies sich stets sicher im Strafmaß, leistete sich jedoch zwei gravierende Fehler, welche seine Leistung deutlich schmälern.

Zum einen verhinderte der falsche Abseitspfiff in der Frühphase der Begegnung den Frankfurtern eine klare Chance zur Führung (13.). Zum anderen hätte der Kopfballtreffer von Briand nur wenige Minuten nach dieser Fehlentscheidung trotz des Körpereinsatzes gegen Kinsombi zählen müssen (19.).

Alles in allem zeigte der Unparteiische an diesem Tag eine sehr durchwachsene Leistung.

Autor: Tom Wolny

Dr. Felix Brych mit fehlender Linie

Datum: 17.04.2014         

31. Bundesligaspieltag: Eintracht Frankfurt – Hannover 96

Zum Auftakt des 31. Spieltages in der Bundesliga gelang den Niedersachsen aus Hannover ein wichtiger Auswärtserfolg bei der Frankfurter Eintracht. Am Ende setzte sich die zielstrebigere Mannschaft durch, obwohl sich der Gastgeber zweimal toll wieder herankämpfte.

Dem Klassenerhalt nah

Die Partie begann mit einem Paukenschlag. Die Gäste aus Hannover kamen besser ins Spiel und erwischten die Frankfurter eiskalt. Nur 120 Sekunden dauerte es bis zum ersten Jubelschrei in diesem Spiel.

Hannovers Pander konnte unbedrängt aus dem linken Halbfeld flanken und fand seinen Abnehmer in Leon Andreasen im Strafraum der Gastgeber. Dieser nickte den Ball aus ca. 11 Metern unhaltbar ins rechte untere Eck zur frühen 1:0 Führung für Hannover (2.).

Die weitere Anfangsphase der Hessen zeigte, dass diese sichtlich geschockt vom frühen Gegentor waren. Das Spiel der Hausherren war gespickt mit vielen Fehlern in der Ballannahme und  -Verarbeitung unter dessen der Spielaufbau deutlich litt.

Doch nach einigen Minuten kamen auch die Frankfurter besser ins Spiel und egalisierten die Führung der Gäste rasch.  Nach einem Freistoß war es Martin Lanig, welcher als Letzter in der Kette völlig unbedrängt vor dem Tor der Hannoveraner einschieben konnte (13.).

Nur wenige Minuten später schafften es die Gäste auf der anderen Seite erneut in Führung zu gehen. Lars Stindl setzte sich nach einer scharf geschlagenen Pander – Flanke gegen den noch eben umjubelten Martin Lanig im Kopfballduell durch und schoss seine Mannschaft wieder in Front (20.).

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zeigte sich die Spielanlage der Niedersachsen als durchaus reifer und besser. Zwar hielt die Eintracht mit Kampfgeist und Wille stark mit, lies jedoch Esprit und Spielwitz vermissen.

Die Folge war das 3:1 Hannovers. In der 29. Spielminute vollendete Didier Ya Konan einen toll vorgetragenen Spielzug über Stindl und Andreasen klug in die rechte untere Ecke.

In der Schlussphase des ersten Durchgangs dominierten nun die Gastgeber das Geschehen und übernahmen die Spielkontrolle, ohne daraus wirklich Ertrag zu generieren.

Die Anfangsphase des zweiten Durchgangs zeigte wieder ein völlig anderes Bild als die Schlussminuten der ersten 45 Minuten: Frankfurt wankte hier einem weiteren Gegentreffer entgegen.

Doch der weitere Verlauf der zweiten Hälfte zeigte, dass die Eintracht noch einmal versuchte das Spiel zu drehen. Erfolgreich flankte Aigner den Ball in den Strafraum, wo der eingewechselte Alex Meier per Kopf den Anschluss für die Hessen herstellte (68.).

In den verbleibenden 20 Minuten drückten die Hausherren auf den Ausgleich, ließen jedoch die letzte Konsequenz im Abschluss vermissen und mussten sich somit als rechter Verlierer geschlagen geben.

Fehlende Linie

In einer überschaubaren Partie zwischen zwei Kellerkindern passte sich auch der Unparteiische dem Niveau der Begegnung an.

Dr. Felix Brych aus München leistete sich im gesamten Spielverlauf zwar keine eklatanten Fehler, schaffte es jedoch auch nicht eine klare Linie zu finden.

Mit seinen diskutablen Beurteilungen einzelner Szenen brachte er keine Ruhe ins Spiel, als dieses an Fahrt und Hektik aufnahm.

Zu dem leistete sich der Referee viele grobe Schnitzer in der Beurteilung der Zweikämpfe zwischen den 22 Akteuren auf dem Rasen.

Deshalb ist diese Leistung des Unparteiischen an diesem Tag nur mit ausreichend einzustufen und sollte den Referee aus München in den nächsten Spielen zu besseren Leistungen anhalten.

Autor: Tom Wolny

Hannover 96 – 1. FC Nürnberg, klare Abseitsstellung von Diouf

Datum: 14.12.2013
16. Bundesligaspieltag: Hannover 96 – 1. FC Nürnberg

Der „Club“ aus Nürnberg gibt sicher geglaubte und ebenso wichtige Punkte gegen den Abstieg in der Nachspielzeit aus der Hand. Denn der Mann des Spiels, Mame Diouf, trifft in den Schlussminuten doppelt zum Ausgleich für Hannover.

Hohe Dramaturgie

Der arg gebeutelte 1. FC Nürnberg fand schnell ins Spiel und begann sehr engagiert. Nürnberg agierte hoch stehend und früh pressend in der Hälfte des Gegners. Gute Kombinationen im Mittelfeld und ein hoher Zug zum Tor ließen erste Torchancen folgen. Binnen sechs Minuten hatten Daniel Ginczek (6.), Josip Drmic (10.) und Mike Frantz (12.) gute Möglichkeiten den Ball zur 1:0 Führung für Nürnberg über die Linie zu drücken. Auf der Gegenseite ließ Mame Diouf die beste Chance der Hannoveraner in den Anfangsminuten liegen (13.).

In der Folgezeit übernahmen die Hausherren mehr und mehr das Geschehen, waren jedoch spielerisch nicht überzeugend, da der „Club“ aus einer sicheren Defensive heraus spielte. Vielmehr war die optische Überlegenheit Hannovers dem Vorwärtsdrang der Gäste geschuldet. Deren schnellangedachtes und angriffslustiges Spiel führte zu zahlreichen Ballverlusten.

In der 30. Spielminute belohnte sich Nürnberg für seine bemühte und engagierte Spielweise. Adam Hlousek traf nach einem tollen Solo von Hasebe zur 1:0 Gästeführung. Dieses Gegentor verunsicherte Hannover sichtlich. So kam es, dass der „Club“ wenige Minuten später nachlegen konnte. Drmic enteilte der Defensive Hannovers, nach einem Pass von Kiyotake, und erhöhte auf 0:2. Vor dem Pausenpfiff sollte es für passive und schlafende Hannoveraner noch schlimmer kommen: Per Nilsson nickte völlig ohne Gegenwehr den Nürnberger Eckball zur 0:3 Halbzeitführung ein.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Spielgeschehen kaum. Der Gast blieb sich seiner Marschroute treu und spielte weiterhin selbstbewusst nach vorn. Dafür wurde man doch leider nicht belohnt. Ganz im Gegenteil – „96“ erzielte in Person von Leonardo Bittencourt in der 60. Spielminute den 1:3 Anschlusstreffer.
Nun erwachte Hannover vor heimischer Kulisse aus dem Winterschlaf und legte eine hohe Leidenschaft an den Tag. Beste Möglichkeiten zur Korrektur des Ergebnisses wurden ausgelassen (61./65.).

Im weiteren Verlauf der Partie ergaben sich Chancen, deren Ausnutzen ausblieb, auf beiden Seiten. Kurz vor Ende der Partie brachte eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters Hannover nochmals heran – der sich im Abseits befindliche Diouf verkürzte auf 2:3 (87.). Zu allem Überfluss kam es wie es kommen musste. Nach einer strittigen Freistoßentscheidung erzielte erneut Mame Diouf im Nachsetzen den 3:3 Ausgleich und sicherte somit seiner Mannschaft einen Punkt gegen sichtlich enttäuschte „Cluberer“ (90. + 2).

Unparteiischer entscheidet Spielausgang

Schiedsrichter Torsten Kinnhöher benachteiligte stark spielende Nürnberger zu Ende des Spiels. Der Referee nahm durch zwei Fehlentscheidungen deutlichen Einfluss auf den Ausgang der Partie.

Zunächst übersah Kinnhöfer die klare Abseitsstellung von Diouf vor dem 2:3 in der 87. Minute. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln ist erkennbar, dass sich der Hannoveraner Torjäger, im Moment der Ballabgabe durch Sulejmani, näher zum gegnerischen Tor befindet, als Nürnbergs letzter Verteidiger in dieser Situation. Klare Fehlentscheidung.

Zu allem Überfluss gibt der Unparteiische in der Nachspielzeit einen sehr umstrittenen Freistoß zu Gunsten Hannovers, welcher den Ausgleich durch Diouf folgen lässt.

Summa summarum ist die Leistung Kinnhöfers an diesem Tag als sehr mangelhaft einzustufen, denn mit einer klaren Fehlentscheidung und einem mehr als strittigen Freistoßpfiff nahm er entscheidenden Einfluss auf die Partie und leitete unfreiwillig zwei Tore Mama Dioufs ein.

Autor: Tom Wolny

Elfmeterentscheidung Hannover 96 – Hoffenheim (10. Spielminute/0:1)

Spieldatum: 26.10.2013
Das Bundesligaspiel des 10. Spieltages zwischen Hannover 96 und Hoffenheim bietet genug Gesprächsbedarf für die weite Fußballwelt. Das Spiel war gespickt mit schwierigen und dem zu Folge harten Schiedsrichterentscheidungen – deutlich zum Nachteil von Hannover 96, die zwei Platzverweise und einen Elfmeter nach dem Abpfiff zu Buche stehen hatten.

Stieler leitete Niederlage Hannovers ein

Die brisanteste und wohl schon spielentscheidende Szene ereignete sich in der 10. Minute. Ein Elfmeterpfiff und die schnellste Ampelkarte der Bundesligageschichte waren die Folge der Minute zehn in der „AWD Arena“ von Hannover. Hoffenheim in Person von Roberto Firmino war in Ballbesitz. Der Hoffenheimer Youngstar behauptete den Ball im Mittelfeld in der Hälfte des Gegners. Mit gutem Auge und toller Technik spielte er einen flachen, tiefen Ball zwischen den Verteidigern Hannovers hindurch in Richtung Ron – Robert Zieler.

Dieser Pass leitete das Laufduell zwischen Hannovers Schulz und dem Hoffeheimer Modeste ein. Zwischen beiden kommt es im Strafraum halb – rechts vor dem Hannoveraner Tor zum Zweikampf in dem erst Schulz, dann Modeste zu Boden gehen. Für den jungen Schiedsrichter Tobias Stieler wohl eine klare Sache – ohne zu zögern zeigte er auf den Punkt. Doch die Reaktion der Spieler, Funktionäre und der Fans Hannovers lies anders erahnen. Heftige Proteste waren die Folge dieser Entscheidung.

Fehlentscheidung und Phantomtor im Hinterkopf?

Doch schaut man sich die Szene noch einmal an, wird deutlich, dass hier der Referee wohl zu schnell auf den Punkt zeigte. Beide Spieler waren zur selben Zeit auf Höhe des Balles, wobei im weiteren Verlauf erkennbar wird, dass nicht Schulz das Foul begeht, in dem er Modeste mit einem Tackling zu Fall bringt, sondern der Stürmer der Hoffeheimer ungestüm in Schulz hinein rennt und diesen damit aus dem Gleichgewicht und in Folge dessen zu Fall bringt. Daraufhin fällt Modeste ebenfalls, aber nur auf der Grundlage, weil er selbst durch sein ungestümes Anlaufen das Gleichgewicht nach dem Körperkontakt mit Schulz verlor.

Diese Situation ist sehr kritisch zu bewerten, da Schiedsrichter Tobias Stieler in einem schlechten Winkel und einer schlechten Position zur Situation stand. Hatte Schiedsrichter Stieler selbst Zweifel in der Situation und entschied aufgrund der Geschehnisse der letzten Woche lieber zu Gunsten Hoffeheims? Wollte er mit dieser Entscheidung eher die Fehlentscheidung zu Lasten Hannovers in Kauf nehmen, um bei einer weiteren Fehlentscheidung gegen Hoffenheim, die ziehenden Kreise des Phantomtores nicht noch zu vergrößern?

All dies sind Spekulationen, die durch das Tor der letzten Woche nicht ausbleiben.
Fest steht jedoch, dass die Elfmeterentscheidung falsch war und somit verbunden mit der nur wenige Minuten später folgenden schnellsten Ampelkarte der Bundesligageschichte, die Hannoveraner Niederlage einleitete.

Autor: Tom Wolny