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Carballo – Enttäuschung pur

Datum: 04.07.2014         

Viertelfinale Weltmeisterschaft: Brasilien – Kolumbien

Gastgeber Brasilien beeindruckte Kolumbien vor allem im ersten Durchgang mit hohem Tempo und viel Druck. Folgerichtig sorgten die Brasilianer früh für das erste Tor und kamen durch einen Freistoß von David Luiz in der Mitte der zweiten Halbzeit zur beruhigenden 2:0 Führung, welche das Weiterkommen sicherte.

Abwehrspieler sorgen für Entscheidung

Das Spiel sorgte von der ersten Minute an für einen hohen Unterhaltungswert. Bereits nach wenigen Minuten hatte Neymar die erste Chance (5.), welche jedoch nur knapp am Tor vorbeistrich.

Besser machte es Thiago Silva, welcher eine Ecke von Neymar am zweiten Pfosten mit dem Knie über die Linie drückte (7.).

Kolumbien zeigte sich nur wenig beindruckt, weder vom frühen Rückstand noch von den tobenden Massen auf den Zuschauerrängen. Nur fünf Minuten später zog Cuadrado einen Schuss von der Strafraumgrenze ab, verzog jedoch knapp.

In der Folgezeit legten die Brasilianer ein irrsinniges Tempo an den Tag und fesselten die Kolumbianer am eigenen Strafraum. Doch Hulk (20./28.) und Marcelo (27.) vergaben ihre Möglichkeiten zur Erhöhung der Führung.

Auch in der Schlussviertelstunde lies die Seleção ihren Gegner nicht zur Entfaltung kommen und setzte Kolumbien weiter unter Druck. Die Kolumbianer hingegen wirkten aufgrund des Tempos und des Drucks der Brasilianer eingeschüchtert und waren völlig harmlos.

Zurück aus den Kabinen zeigte sich schnell die veränderte Taktik der Scolari – Elf. Die Brasilianer standen fortan tiefer und ließen den Gegner, mit der Führung im Rücken, kommen und richten nun ihr Spiel auf Konter aus.

In der 69. Spielminute sorgte eine Standartsituation der Brasilianer für die vermeintliche Vorentscheidung. David Luiz hämmerte einen Freistoß aus knappen 30 Metern vor dem Tor unhaltbar in die Maschen des Tores der Kolumbianer.

Aufgeben wollten sich die Kolumbianer nicht und bewiesen in der Schlussviertelstunde eine tolle Moral. Nach einem großartigen Zuspiel von James auf Bacca, riss Julio Cesar, der Torhüter der Brasilianer, den heranstürmenden Kolumbianer um – Strafstoß. Diesen verwandelte James sicher in das linke untere Eck (80.).

Die letzten Minuten wurden noch einmal dramatisch. Kolumbien warf alles nach vorn und Brasilien verteidigte mit Mann und Maus. Erfolgreich, Kolumbien konnte, die sich bietenden Chancen nicht in Tore umwandeln und scheidet somit im Viertelfinale aus dem Turnier aus.

Enttäuschung des Tages

Für die Enttäuschung des Tages sorgte neben dem Ausscheiden Kolumbiens der Unparteiische aus Spanien.

Carlos Velasco Carballo zeigte ein indiskutable Schiedsrichterleistung in dem er die Partie zu keiner Zeit unter Kontrolle hatte.

Er machte viele kleine Fehler und Fehler in der Bewertung von Zweikämpfen. Teilweise verlor er völlig den Überblick. In der ersten Halbzeit hätte er Fernandinhos (gegen James) und Zuniga (gegen Hulk) jeweils mit der gelben Karte verwarnen müssen.

Im zweiten Durchgang erkannte der Unparteiische aus Spanien das reguläre Ausgleichstor der Kolumbianer fälschlicher Weise wegen eine Abseitsstellung ab. Doch dieses Tor hätte zählen müssen, da sich der Schütze, Yepes, aufgrund des Entstehens einer neuen Spielsituation nicht im Abseits befand.

Die wohl größte und für Brasilien drastischste Fehlentscheidung leistete sich der Referee in der 86. Spielminute, als er das rotwürdige Foul von Zuniga gegen Neymar nicht einmal mit einer gelben Karte ahndete.

In dieser Situation sprang der Kolumbianer, der ohne jegliche Chance auf Ballkontakt war, dem Spielmacher der Brasilianer so in den Rücken, dass für diesen die WM aufgrund eines Wirbelbruches gelaufen ist.

Festzuhalten bleibt, dass Carballo nach vielen Problemen der Schiedsrichter in der Vorrunde nun auch in den K.O. – Spielen reichlich Zündstoff in dieser Angelegenheit liefert.

Autor: Tom Wolny