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Wie hoch ist die Bezahlung eines Fußball-Schiedsrichters?

Das Gehalt der Unparteiischen variiert in den unteren Amateurbereichen Bereich stark von Verband zu Verband, da keine fixen Gehaltsstufen existieren. Für ein Jugendspiel erhält ein Referee nur einige Euro, bei Partien am heimischen Vereinsgelände oftmals nur dankende Worte oder eine Brotzeit.

Bei den erwachsenen Amateuren schon etwas im Bereich um 20 Euro, die sich mit steigenden Spielklassen selbstverständlich schnell steigern. Die Anfahrtskosten werden jedoch in jedem Fall erstattet.

Fester Tarif in den Profiligen

Während die Bezahlung demnach im Grundbereich selten über ein Trinkgeld und eine kostenlose Bratwurst hinausgeht, werden die Schiedsrichter in der Regionalliga und in den Bundesligen nach einem festen Tarif bezahlt.

Im Prinzip wurde seit Jahren auch im professionellen Fußball nur der Einsatz jedes Spielleiters pro Partie vergütet. Bundesliga-Schiedsrichter hingegen erhalten seit 2012 in jeder Spielzeit als „Halb-Profis“ eine finanzielle Grundabsicherung vom Deutschen Fußball-Bund. Der Mindestbetrag hierfür liegt bei 15.000 Euro für die Zweitliga-Referees.

Fifa-Schiedsrichterbekommen Grundgehalt

Fifa-Schiedsrichter und Unparteiische der Bundesliga mit mehr als fünf Jahren Erfahrung erhalten 50.000 Euro „Grundgehalt“. Für alle anderen Bundesliga-Schiedsrichter ist ein fester Betrag von 40.000 Euro vorgesehen, der sich bis zur Saison 2016/2017 auf 55.000 Euro erhöht.

Unverändert bleiben trotz dieser Einführung die Spielhonorare pro geleiteter Partie: Bundesliga-Referees bekommen weiterhin jeden Einsatz mit 3800 Euro vergütet, in der 2. Bundesliga liegt das Honorar bei 2000 Euro.

Laut Schiri Knut Kircher (2013 gegenüber dpa) hätten fast alle Schiedsrichter der 1. und 2. Bundesliga in ihrem sonstigen Beruf reduzierte Arbeitszeiten und investierten für ihre Tätigkeit im Fußball enorm viel Zeit, etwa 30 bis 40 Stunden pro Woche.

Für die Weltmeisterschaft erhalten die hochklassigsten Unparteiischen außerdem einen Bonus. Doch den Beruf dafür aufgeben? Das dürfte nur in ausgewählten Situationen glattgehen. Ein Beruf, in dem man sich die Zeit selbst einteilen kann, kann von Vorteil sein.

Die Einführung von Profi-Schiedsrichtern fände Kircher daher auch nicht sonderlich sinnvoll. „Wir arbeiten bereits in allen Bereichen sehr professionell, sind durch unseren Beruf aber auch unabhängig. Das ist ein großer Vorteil“, so Kircher.

Langer Weg zum Profi-Referee

Diejenigen, die sich jedoch nun Hoffnungen machen auf eine ertragreiche Karriere als Fußball-Schiedsrichter müssen aber auch gewarnt werden: Nach einer Faustregel unbekannter Quelle hat man als Referee kaum noch eine Chance, die Bundesliga pfeifen zu dürfen, wenn man nicht bereits mit etwa 25 Jahren mindestens in der Regionalliga tätig ist.

Dies wiederum bedeutet, dass man als Jugendlicher oder spätestens als junger Erwachsener bereits beginnen sollte und viel Talent, Förderung und auch Glück für einen Aufstieg auf der Schiedsrichter-Karriereleiter benötigt.

Viel Erfolg!

Von Dominik Langenegger