Kategorie-Archiv: Hertha BSC

Günter Perl – Gravierender Fehler trotz Souveränität

Datum: 28.03.2014

28. Bundesligaspieltag: FC Schalke 04 – Hertha BSC Berlin

Der FC Schalke 04 bestätigt die anhaltend gute Form in der Bundesliga und baut die erfolgreiche Bilanz der Rückrunde auch gegen die „Alte Dame“ aus Berlin aus. Diese hingegen wartet seit nun mehr fünf Spielen auf einen Sieg.

Der Hunter trifft erneut

Von Beginn an dieser Partie zeigte sich, wer Herr im Hause war. Die Schalker spielten enorm hoch und pressten früh in der Hälfte der Berliner Hertha. Ein geordneter Spielaufbau der Gäste wurde somit unterbrochen und der Weg zum Torabschluss möglichst gering gehalten.

Bereits in den ersten 10 Minuten dieser Begegnung konnten die Königsblauen schon gute Möglichkeiten verzeichnen. Ein Distanzschuss von Draxler (1.) und ein Freistoß von Ayhan (9.) ließen die Anhänger der Schalker jedoch noch nicht jubeln.

Besser machte es dann Chinedu Obasi, welcher einen Diagonalpass von Matip empfing und sich gegen Schulz und Torhüter Jarstein durchsetzte und zur frühen Führung für die Gastgeber einschob (16.).

Im weiteren Verlauf des ersten Durchgangs nahm das Tempo der Partie ab, da sich der S04 mit der 1:0 Führung zunächst begnügte und die Gäste sich besser auf das Offensivpressing der Schalker einstellten.

So blieben weitere Torchancen Mangelware und die Zuschauer erlebten bis zum Pausenpfiff keine nennenswerten Aktionen der 22 Akteure mehr.

Der zweite Durchgang hingegen begann unnachahmlich fulminant. Bereits nach 29 Sekunden war es Klaas – Jan Huntelaar, welcher eiskalt und trocken die Vorlage von Obasi zum 2:0 nutzte (46.).

Der weitere Verlauf dieser Partie zeigte, ähnlich wie in Durchgang eins, eine deutlich überlegene gastgebende Mannschaft aus Gelsenkirchen. Der Druck der Schalker war zwar nicht so hoch wie noch in den ersten 45 Minuten, reichte jedoch aus, um die Berliner Hertha abzumelden.

Die zweite Halbzeit plätscherte so vor sich hin. Beide Teams boten magere Kost für die Zuschauer auf den Rängen – S04 musste nicht mehr und Berlin konnte hingegen nicht.

Auch die angebrochene Schlussphase zeigte ein eher müdes und chancenarmes Gesicht. Vereinzelte Vorstöße der Schalker brachten genau so wenig ein, wie harmlose Angriffe der Gäste aus Berlin.

Einziger Aufreger in den Schlussminuten dieser Partie war das nicht gegebene Tor von Berlins Langkamp, welcher nach einer Ecke den Ball ins Tor beförderte (81.).

Letztendlich blieb es so bei einem nie gefährdeten 2:0 Sieg der Schalker und dem Ausbau deren Positivserie in der Rückrunde.

Gravierender Fehler trotz Souveränität

Schiedsrichter Günter Perl aus Pullach zeigte in den 90 Minuten dieser Partie eine äußerst souveräne und unaufgeregte Leistung. Er beurteilte stets Zweikampfaktionen und strittige Situationen richtig und nahm dem Spiel so zu jederzeit die Brisanz.

Doch diese so besonnene und tolle Schiedsrichterleistung zerstörte sich der Referee in der 81. Spielminute selbst, als er das Anschlusstor der Berliner zu Unrecht aberkannte.

Nach einer Ecke der Hertha war es  Langkamp, welcher im Strafraum relativ frei zum Kopfball kam und diesen im Tor der „Knappen“ versenkte.

Der Unparteiische wertete den Zweikampf zwischen Peter Niemeyer und Roman Neustädter als Foulspiel des Berliners und erkannte so das Tor als regelwidrig an. Doch mit dieser Entscheidung lag der Schiedsrichter aus Pullach völlig daneben und beeinflusste mit dieser Fehlinterpretation der Aktion das Spiel womöglich entscheidend.

Was passiert wäre, wenn das Tor der Hertha gezählt hätte bleibt reine Spekulation, doch fest steht, dass diese Entscheidung von Günter Perl falsch war und seine Leistung an diesem Tag entscheidend schmälert.

Autor: Tom Wolny

Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg, Zerstörung einer guten Schiedsrichterleistung

Datum: 25.01.2014
19. Bundesligaspieltag: Hertha BSC Berlin – 1. FC Nürnberg

Ein zu Beginn flottes Spiel, welches in seinem weiteren Verlauf stark an Qualität verlor, jedoch in seinen Schlussminuten den Aufreger des Spieltags beinhaltete.

Verflachung einer Partie mit Raketenstart

Im Spiel der Berliner Hertha gegen, den in die Rückrunde gut gestarteten Club aus Nürnberg, begann ohne jegliche Vorwarnung mit einem Paukenschlag. Ronny brachte einen sehr gut geschlagenen Eckball auf den ersten Pfosten. Dort setzte sich Adrian Ramos gegen zwei Nürnberger – Bewacher durch und köpfte zur 1:0 – Führung für die „Alte Dame“ ein (4.).

Das Spiel lebte von dem tollen Passspiel der Berliner in den Anfangsminuten. Schnelle Pässe fanden immer wieder ihren Weg durch die überforderte fränkische Deckung. Allein der Torschütze, Adrian Ramos, hätte in diesen Minuten die Führung ausbauen müssen (7./10.).

Völlig überraschend und wie aus dem Nichts brachte Markus Feulner die Cluberer zurück ins Spiel und egalisierte mit seinem platzierten Flachschuss, nach einer verunglückten Abwehr der Berliner Verteidiger, die Führung der Gastgeber (20.).

Die anfängliche, von der zeitigen Führung gepushte, Dominanz der Gastgeber war wie weggeblasen. Nun spielte nur noch der 1.FC aus Nürnberg. Aus der nicht nur optischen Überlegenheit der Gäste ergaben sich mehrere gute Chancen für einen Führungstreffer.

Doch dem Wechsel der Tonangabe im Olympiastadion von Berlin nicht genug: gegen Ende der ersten Hälfte übernahmen die Gastgeber wieder das Kommando und setzten die Nürnberger stark unter Druck. Einzig und allein Nürnbergs Schlussmann Raphael Schäfer konnte sich in diesen Minuten gegen eine toll agierende Hertha wehren.

Die abwechslungsreiche und völlig offene Partie verflachte in Durchgang zwei mehr und mehr. Geprägt von einer deutlich aggressiveren und ruppigeren Gangart mit vielen kleinen Fouls und einer Mehrzahl von Fehlpässen verlor die Partie zunehmend an Spielfluss.

Doch dann schlug die Stunde des Josip Drmic, welcher nach einem Pfostenknaller Ginczeks, die 2:1 Führung für die Gäste herstellte.

Die Schlussminuten brachten noch einmal Aufregung in die Partie. Nach einer Zurücknahme der Elfmeterentscheidung (88.) für die Gastgeber aus Berlin, zeigte Schiedsrichter Weiner wenige Minuten später auf der anderen Seite auf den Punkt und ebnete so den Weg für den entscheidenden dritten Treffer für die Gäste (90.+4).

Zerstörung einer guten Schiedsrichterleistung

Doch welche Situation ereignete sich in der 88. Spielminute, als der Unparteiische sein schnelle und deutliche Entscheidung zurücknahm?

Der Torhüter der Cluberer Raphael Schäfer konnte einen langen Ball der Berliner nur unzureichend klären, den anschließende Schuss Ronnys klärte, der auf der Linie stehende Petrak klar und deutlich mit der Hand. So auch eine einfache Angelegenheit für den Referee aus Giesen.

Problem an dieser einfachen Elfmeterentscheidung: Schiedsrichterassistent Norbert Grudzisnki, welcher vor dem Handspiel des Nürnberger Verteidigers, auf die Abseitsstellung von Adrian Ramos aufmerksam machte.

Nach einem kurzen beratenden Gespräch der Unparteiischen nahm Michael Weiner seine Entscheidung zurück und ließ das Spiel mit Freistoß für die Gäste fortführen.

Doch mit dieser Fehlentscheidung vermieste sich das sonst souverän agierend Schiedsrichtergespann seine Leistung. Denn es hätte einen Elfmeter und die Rote Karte wegen absichtlichen Handspiels geben müssen, da sich der Berliner Angreifer nicht aktiv und somit nicht strafbar im Moment der Ballabgabe im Abseits befand.

Das Schiedsrichterteam um Michael Weiner brachte hierbei die Berliner um den möglichen Ausgleich in der Schlussphase der Partie.

Autor: Tom Wolny