Archiv für den Monat: Januar 2014

Hannover 96 – 1. FC Nürnberg, klare Abseitsstellung von Diouf

Datum: 14.12.2013
16. Bundesligaspieltag: Hannover 96 – 1. FC Nürnberg

Der „Club“ aus Nürnberg gibt sicher geglaubte und ebenso wichtige Punkte gegen den Abstieg in der Nachspielzeit aus der Hand. Denn der Mann des Spiels, Mame Diouf, trifft in den Schlussminuten doppelt zum Ausgleich für Hannover.

Hohe Dramaturgie

Der arg gebeutelte 1. FC Nürnberg fand schnell ins Spiel und begann sehr engagiert. Nürnberg agierte hoch stehend und früh pressend in der Hälfte des Gegners. Gute Kombinationen im Mittelfeld und ein hoher Zug zum Tor ließen erste Torchancen folgen. Binnen sechs Minuten hatten Daniel Ginczek (6.), Josip Drmic (10.) und Mike Frantz (12.) gute Möglichkeiten den Ball zur 1:0 Führung für Nürnberg über die Linie zu drücken. Auf der Gegenseite ließ Mame Diouf die beste Chance der Hannoveraner in den Anfangsminuten liegen (13.).

In der Folgezeit übernahmen die Hausherren mehr und mehr das Geschehen, waren jedoch spielerisch nicht überzeugend, da der „Club“ aus einer sicheren Defensive heraus spielte. Vielmehr war die optische Überlegenheit Hannovers dem Vorwärtsdrang der Gäste geschuldet. Deren schnellangedachtes und angriffslustiges Spiel führte zu zahlreichen Ballverlusten.

In der 30. Spielminute belohnte sich Nürnberg für seine bemühte und engagierte Spielweise. Adam Hlousek traf nach einem tollen Solo von Hasebe zur 1:0 Gästeführung. Dieses Gegentor verunsicherte Hannover sichtlich. So kam es, dass der „Club“ wenige Minuten später nachlegen konnte. Drmic enteilte der Defensive Hannovers, nach einem Pass von Kiyotake, und erhöhte auf 0:2. Vor dem Pausenpfiff sollte es für passive und schlafende Hannoveraner noch schlimmer kommen: Per Nilsson nickte völlig ohne Gegenwehr den Nürnberger Eckball zur 0:3 Halbzeitführung ein.

In der zweiten Halbzeit änderte sich das Spielgeschehen kaum. Der Gast blieb sich seiner Marschroute treu und spielte weiterhin selbstbewusst nach vorn. Dafür wurde man doch leider nicht belohnt. Ganz im Gegenteil – „96“ erzielte in Person von Leonardo Bittencourt in der 60. Spielminute den 1:3 Anschlusstreffer.
Nun erwachte Hannover vor heimischer Kulisse aus dem Winterschlaf und legte eine hohe Leidenschaft an den Tag. Beste Möglichkeiten zur Korrektur des Ergebnisses wurden ausgelassen (61./65.).

Im weiteren Verlauf der Partie ergaben sich Chancen, deren Ausnutzen ausblieb, auf beiden Seiten. Kurz vor Ende der Partie brachte eine Fehlentscheidung des Schiedsrichters Hannover nochmals heran – der sich im Abseits befindliche Diouf verkürzte auf 2:3 (87.). Zu allem Überfluss kam es wie es kommen musste. Nach einer strittigen Freistoßentscheidung erzielte erneut Mame Diouf im Nachsetzen den 3:3 Ausgleich und sicherte somit seiner Mannschaft einen Punkt gegen sichtlich enttäuschte „Cluberer“ (90. + 2).

Unparteiischer entscheidet Spielausgang

Schiedsrichter Torsten Kinnhöher benachteiligte stark spielende Nürnberger zu Ende des Spiels. Der Referee nahm durch zwei Fehlentscheidungen deutlichen Einfluss auf den Ausgang der Partie.

Zunächst übersah Kinnhöfer die klare Abseitsstellung von Diouf vor dem 2:3 in der 87. Minute. Aus unterschiedlichsten Blickwinkeln ist erkennbar, dass sich der Hannoveraner Torjäger, im Moment der Ballabgabe durch Sulejmani, näher zum gegnerischen Tor befindet, als Nürnbergs letzter Verteidiger in dieser Situation. Klare Fehlentscheidung.

Zu allem Überfluss gibt der Unparteiische in der Nachspielzeit einen sehr umstrittenen Freistoß zu Gunsten Hannovers, welcher den Ausgleich durch Diouf folgen lässt.

Summa summarum ist die Leistung Kinnhöfers an diesem Tag als sehr mangelhaft einzustufen, denn mit einer klaren Fehlentscheidung und einem mehr als strittigen Freistoßpfiff nahm er entscheidenden Einfluss auf die Partie und leitete unfreiwillig zwei Tore Mama Dioufs ein.

Autor: Tom Wolny

Real Sociedad – Bayer 04 Leverkusen, Tom Harald Hagen ahndet 2x mit Gelb

Datum: 10.12.2013
6. Spieltag Champions League (A): Real Sociedad – Bayer 04 Leverkusen

Nach einem nervösen ersten Durchgang der Werkself löste der zeitige Führungstreffer nach Wiederanpfiff alle Verkrampfungen im Spiel. Durch das Tor von Ömer Toprak erreicht Bayer 04 Leverkusen die K.O. – Runde der diesjährigen Champions League Saison.

Chancenreiches Spiel auf überschaubarem Niveau

In den ersten 10 Minuten dieser letzten Vorrundenbegegnung ereignete sich ein gleichverteiltes Spiel, welches sich vorrangig im Mittelfeld abspielte, bei dem sich beide Mannschaften zunächst gegenseitig abtasteten. In der 11. Spielminute setzte Leverkusen in Person von Gonzalo Castro ein erstes Ausrufezeichen. Dessen scharf angeschnittener Freistoß zirkelte an den Innenpfosten des Tores der Spanier. Doch weitere Torchancen blieben aus, da Bayer Tempo und Zielstrebigkeit vermissen ließ.

Doch auch der Gast aus Spanien blieb durch unpräzises Passspiel harmlos in ihren Offensivbemühungen. Das Spiel des Tabellenzweiten der Bundesliga blieb ziemlich zerfahren, verkrampft und mit einer hohen Fehlerquote bestückt. Außerdem bot Leverkusen ein schwaches Defensivverhalten auf, welches harmlose Spanier gefährlich werden ließ. So kam Sociedad Angreifer Griezmann zu guten Chancen, die Bernd Leno jedoch parieren konnte (30./35.).

Der zweite Durchgang begann mit einem Paukenschlag durch die Werkself. Ömer Toprak erzielte im Nachsetzten das so wichtige 1:0 nach einer Castro – Ecke (49.). Sichtlich beflügelt von diesem Tor und mit gestärktem Selbstvertrauen war Bayer nun besser im Spiel. Das Team von Sami Hyypiä ließ Ball und Gegner nach Belieben laufen.

Der Gast aus Leverkusen spielte jetzt auf die Entscheidung, doch ging fahrlässig mit seiner Chancenverwertung um. Die Folge war, dass sich der Gastgeber aus seinem Loch erhob und mit guten Chancen auf den Ausgleich drängte (65./73.).

Doch Bernd Leno parierte mehrmals gut und hielt zusammen mit Leverkusens vereinzelten Angriffen die drei Punkte in der Schlussphase der Begegnung fest. Damit zieht Bayer als eines der vier deutschen Teams in die K.O. – Runde ein.

Norweger und dessen Zweikampfbewertung

Als der Unparteiische Schiedsrichter Tom Harald Hagen aus Norwegen gefordert war, zeigte er sich überfordert. Er ahndete gleich zwei grobe Foulspiele mit Gelb, welche zwingend mit Rot hätten bewertet werden müssen.

Zum einen beurteilte er das überharte Foul von Sociedads Kapitän Ansotegi an Emre Can (76.) ebenso falsch, wie das Einsteigen von Gaztañaga gegen Kruse in der Nachspielzeit. Ansotegi stieg mit gestrecktem Bein völlig übermotiviert, eine Verletzung billigend in Kauf nehmend, gegen Can ein. Dies grenzte nahezu an Körperverletzung.

Regel 12 der Fifa – Statuten besagt in einer solchen Form des Fouls, klar eine Rote Karte und somit den Verweis des Spielers vom Spielfeld.
Anhand der Beurteilung beider Aktionen wird die mangelhafte Zweikampfbewertung des Referees aus Norwegen deutlich und sind als grobe Fehler einzustufen. Desweiteren agierte er mit einer unklaren Linie, zu der er erst späterkennbar im Spiel fand.

Unter dem Strich bleibt somit eine durchwachsene und schwache Vorstellung des Schiedsrichters stehen.

Autor: Tom Wolny

Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04, Richtige Elfmeterentscheidung mit falscher Folgehandlung

Datum: 07.12.2013
15. Bundesligaspieltag: Borussia Mönchengladbach – FC Schalke 04

Die Probleme auf Schalke dauern weiterhin an. Auch das Spiel beim direkten Konkurrenten aus Gladbach konnte nicht mit drei Punkten, und daher mit einem so wichtigen Auswärtserfolg vor dem Champions League „Endspiel“ beendet werden.

Spannung bis zum Schluss

Ein anschauliches und intensives Bundesligaspiel entscheiden am Ende 11 Gladbacher gegen 10 Schalker mit 2:1 für sich. Von Anpfiff an zeigten beide Teams eine engagierte Leistung, die trotz alle dem sehr vorsichtig geführt begann. Beide Abwehrreihen versuchten die Angriffe des Gegners zu unterbinden und verloren somit auch an eigenen Offensivbemühungen. Geschuldet der Konzentration auf die Defensive beider Mannschaften ergaben sich wenige Höhepunkte für den Zuschauer. Der erste Aufschrei der Zuschauer ertönte beim Elfmeterpfiff durch Referee Felix Zwayer, an dessen Elfmeterentscheidung es keine Zweifel gab. Jefferson Farfan verwandelte den fälligen Strafstoß sicher zur 1:0 Auswärtsführung der Königsblauen (17. Spielminute).

An der weiteren Gestaltung des Spiels änderte sich dadurch jedoch nichts – Mönchengladbach wie auch der S04 versuchten weiterhin die Defensive zu stabilisieren. Es dauerte bis zur 24. Minute als Raffael ein tolles Solo mit dem 1:1 Ausgleich krönt. Sein Schuss wurde durch Felipe Santana unhaltbar für Ralf Fährmann abgefälscht. In der Folgezeit spielte sich das Geschehen zum Großteil im Mittelfeld ab.

Kurz vor der Pause zeigte Felix Zwayer regelgerecht das zweite Mal in dieser Partie auf den Punkt. Max Kruses Schuss wehrte Benedikt Höwedes klar mit einem Tackling und einer Armbewegung, welche aus Körpervergrößerung ausgelegt wird, ab. Den fälligen Strafstoß ließ sich der Nationalstürmer nicht nehmen (45. + 1).
Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeichnete sich eine Überlegenheit der Gladbacher, die als Folge der Überzahl eintrat, ab. Gladbach vergab jedoch gute Chancen auf den Ausbau der Führung.

Doch im weiteren Verlauf der zweiten Halbzeit fand die Mannschaft von Jens Keller wieder zurück ins Spiel und erarbeitete sich mehrere Chancen zum Ausgleich. Geschuldet der numerischen Unterlegenheit musste Schalke die Räume öffnen und gab so den Gladbachern beste Konterchancen, die Ralf Fährmann mit tollen Reflexen parierte.

Bis zur Schlussphase hielt eine starke Schalker Mannschaft die Spannung in einem tollen Bundesligaspiel sehr hoch. Zum Leid der Schalker wurde diese aufopferungsvolle Mannschaftsleistung im zweiten Durchgang nicht mit einem Punkt belohnt.

Richtige Elfmeterentscheidung mit falscher Folgehandlung

Schiedsrichter Felix Zwayer entschied in wichtigen und brenzligen Situationen zwei Mal richtig. Bei beiden Elfmeterentscheidungen lag der Unparteiische mit seinem Schiedsrichtergespann im Soll. Doch adäquat der Folgeentscheidung des zweiten Strafstoßes hätte Zwayer in der 17. Spielminute schon einmal einen Feldverweis vollziehen müssen.

Nach der Flanke von Jefferson Farfan wurde der vor dem Gladbacher Tor freistehende Kevin Prince Boateng von Außenverteidiger Julian Korb zu Boden gerissen. Der Referee entschied, vollkommen zu Recht, auf Elfmeter.

Doch das aktuelle Regelwerk des Fußballs besagt, dass diese Situation zeitgleich eine Rote Karte nach sich zieht. In Regel 12 der Fifa – Statuten steht, dass jene Aktion als eine Vereitelung einer klaren Torchance angesehen werden muss und somit einen Feldverweis nach sich zieht. Es spielt hierbei keine Rolle, wie hart das Foul war. Fest steht, dass Julian Korb seinem Gegenspieler, Kevin Prince Boateng, welcher frei vor dem Tor agierte, eine klare Torchance nahm, und daher die Rote Karte hätte sehen müssen.

Doch das Fazit zu Schiedsrichter Felix Zwayer bleibt bestehen, ein solider und souveräner Auftritt, der durch diese falsche Beurteilung der Situation nur etwas getrübt wird.

Autor: Tom Wolny