Archiv für den Monat: Dezember 2013

Hoffenheim gegen Werder Bremen, 8 Tore und 3 Elfmeter

Datum: 30.11.2013
14. Bundesligaspieltag: Hoffenheim – Werder Bremen

Ein unfassbares und spektakuläres Spiel für jeden Zuschauer bei dem Werder Bremen mit einem Blitz – Comeback zurück ins Spiel fand.

Acht Tore und drei Elfmeter

Bundesligaspiele mit Hoffenheimer Beteiligung scheinen diese Saison immer ein Highlight zu werden. Das Spiel gegen Werder Bremen in der heimischen Arena nahm sofort an Fahrt auf. Es entwickelte sich ein temporeiches und schnelles Spiel. Hoffenheim übernahm die Initiative und bestimmte klar das Geschehen.
Das Team von Trainer Markus Gisdol versuchte das Mittelfeld schnell zu überbrücken und gezielt in die Spitze zu spielen. Über gutes Kombinationsspiel und ansehnlich vorgetragene Angriffe wurden deutlich die Schwächen der Werder Defensive offenbart. Mit zunehmendem Spielverlauf erhöhte Hoffenheim den Druck, mit welchen Werder förmlich überfordert wirkte.

„Mr. Elfmeter“ Sejad Salihovic verwandelte binnen sechs Minuten zwei regelkonforme Elfmeter (12./16.) und brachte Hoffenheim somit völlig verdient in Führung. Danach änderte sich rein gar nichts am Spielverlauf: Hoffenheim war klar spielbestimmend.

Doch in der 45. Verwandelte Aaron Hunt nach einem Handspiel den dritten fälligen Elfmeter und bereitet nur wenige Sekunden später das Tor von Elia, nach einem Fehler von Casteels im Hoffenheimer Tor, vor (45. + 1).

Der zweite Durchgang begann ähnlich intensiv und treffsicher wie der erste. Nach einer Salihovic Flanke köpft Kevin Volland völlig frei stehend zum 3:2 ein (49.). Geschuldet dieses Treffers verlor Bremen völlig die Ordnung und lies jegliche Strukturen vermissen. Nur vier Minuten nach dem Tor von Kevin Volland traf Herdling mit einem Sonntagsschuss zum 4:2 (53.).

Wiederum nur sechs Minuten später findet der Pass von Clemens Fritz von der Grundlinie seinen Abnehmer in Nils Petersen, der zum erneuten Anschluss traf (59.). Danach verlor die Partie an Fahrt und ein zerfahrenes Spiel ereignete sich.
Erst in der Schlussphase nahm das Spiel wieder an Tempo auf. Bremen drängte nun auf den Ausgleich und wurde nach einer Rettungstat von Casteels mit dem Tor von Bargfrede belohnt, der völlig frei, 14 Meter vor dem Tor einschob.

Fehlentscheidung und kein vierter Elfmeter

Wolfgang Stark ahndete zwei Foulspiele und ein Handspiel folgerichtig mit jeweils einem Elfmeter. Doch zu allem Überfluss hätte es einen vierten und somit weiteren Elfmeter für Hoffenheim geben müssen.
Volland setzte sich an der linken Seite im Strafraum der Bremer stark gegen zwei Gegenspieler durch und wurde letztendlich nur durch ein Foul gestoppt. Der Bremer Verteidiger traf den Kapitän der U21 Nationalmannschaft deutlich am linken Bein und brachte diesen damit zu Fall. Ein erneuter Elfmeterpfiff hätte ertönen müssen.

War sich Wolfgang Stark unsicher und entschied, aus Sicherheit heraus eine Fehlentscheidung zu vermeiden und einen weiteren Elfmeter zu ahnden, lieber gegen den Pfiff oder hat er es wirklich als kein Foul angesehen? Fest steht, dass sowohl der Linienrichter als auch Schiedsrichter Stark sich in guter Position zum Geschehen befanden und somit uneingeschränkte Urteilsfähigkeit hatten.

Unterm Strich erhält der Unparteiische an diesem Tag eine mangelnde Bewertung seiner Leistung. Er lag zwar bei allen Elfmeterentscheidungen richtig, bewertete jedoch viele Zweikämpfe schlecht und zum Teil auch falsch. Desweiteren übersah er Aaron Hunts Abseitsstellung vor dem 2:2 Ausgleich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte und enthielt den Hoffenheimer einen weiteren Strafstoß.

So trennten sich beide Mannschaften mit einem gerechten 4:4 Unentschieden.

Autor: Tom Wolny

Borussia Dortmund – SSC Neapel

Datum: 26.11.2013
Rückspiele Champions League Gruppenphase (F): Borussia Dortmund – SSC Neapel

Hinter dem Deutschen Meister von 2011 und 2012 liegen schwere Wochen. Den frischesten Rückschlag gab es am vergangenen Wochenende, als man das Spitzenspiel gegen den FC Bayern mit 0:3 verlor. Doch gegen den SSC Neapel war Wiedergutmachung und der Aufbruch in erfolgreichen Wochen angesagt.

Reus erneuter Spielöffner

Dass Tore von Marco Reus den BVB in vielen Spielen der Saison schon zum Start in eine gute Phase des Spiels brachten, ist bekannt. Das deutliche Foul an Lewandowski nach einer Ecke der Borussia ahndete der Unparteiische Schiedsrichter mit einem berechtigten Elfmeter. Sicher und platziert verwandelte der „Spielöffner“ der Dortmunder zur verdienten 1:0 Führung nach 10 Minuten. Diesmal öffnete Reus mit seinem Tor eine wirklich interessante, rassige und gute Champions League Partie.

In der Folge dessen war das Team von Jürgen Klopp deutlich überlegen und spielbestimmend – man drängte auf den Ausbau der Führung. Doch wie schon in den vergangenen Spielen scheiterten gut vorgetragene Spielzüge letztendlich am Abschluss und der schlechten Chancenverwertung. Dadurch behielt die Partie ein ständig hohes Spannungsniveau, denn der SSC aus Neapel blieb immer gefährlich.

In der 14. Spielminute hatte Robert Lewandowski die größte Chance zum 2:0, scheiterte jedoch an sich selbst, in dem er am kurzen Pfosten vorbeischoss. Die größte Gelegenheit der Neapolitaner hatte Neuzugang José Callejón, welcher in der 37. Minute Durm aussteigen ließ und den Ball an den langen Pfosten hämmerte.

Halbzeit zwei bot noch größere Gelegenheiten der Torerzielung für den BVB, doch aufgrund anhaltender schlechter Chancenverwertung dauerte es bis zur 60. Minute als Jakub Błaszczykowski einen Pass von Marco Reus durch die Beine von Pepe Reina zum erlösenden 2:0 schob. Die Gäste kamen durch einen Fehlpass von Sebastian Kehl im Mittelfeld zum Anschlusstreffer, den der eingewechselte Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem Tor zu egalisieren wusste und den 3:1 Endstand herstellte.

Albiol und dessen Glück einer Fehlentscheidung

In der 36. Spielminute kombinierte sich der BVB toll aus den eigenen Reihen in Richtung Tor des Gastes aus Neapel. Ein tiefer Ball aus der eigenen Hälfte der Dortmunder auf den überragenden Henrik Mkhitaryan leitet die Fehlentscheidung von Carlos Velasco Carballo ein.

Mkhitaryan stoppte auf Höhe der Mittellinie den Ball, mit Blick zum eigenen Tor, als Innenverteidiger Raúl Albiol ein brutales Foul von hinten in die Beine des Dortmunder Spielgestalters ansetzte. Bei diesem Foul hatte Albiol nie den Hauch einer Chance den Ball zu erreichen ohne seinen Gegenspieler vorher zu verletzten. Die Auslegung der Regel 12 (verbotenes Spiel und sportliches Betragen) des Regelwerks sieht hierbei eine klare rote Karte als Folge einer solchen Aktion vor.

Der Verteidiger des SSC Neapel nahm bei diesem aggressiven Foul eine Verletzung seines Gegenspielers billigend in Kauf und hätte nach FIFA – Regeln somit des Platzes verwiesen werden müssen. Doch Schiedsrichter Carballo ahndete dieses klare „Rote – Karte – Foul“ nur mit Gelb – völlig unverständlich und nicht der Regel entsprechend.

Betrachtet man hingegen die gesamte Linie des Schiedsrichters an diesem Abend, wird deutlich, dass er mit seinen sonst so kleinlichen Entscheidungen den Spielfluss stark hemmte und einschränkte. Eine leider nur überschaubare Leistung des Referees aus Spanien, der wiederholt Schwächen in der Bewertung von Zweikämpfen zeigte.

Autor: Tom Wolny

Schlagworte: Borussia Dortmund, SSC Neapel, Jürgen Klopp, Robert Lewandowski, Marco Reus, Henrik Mkhitaryan, Raúl Albiol, José Callejón, Jakub Błaszczykowski, Pepe Reina, Pierre-Emerick Aubameyang, FC Bayern München, Carlos Velasco Carballo

Borussia Dortmund – FC Bayern München

Datum: 23.11.2013
13. Bundesligaspieltag: Borussia Dortmund – FC Bayern München

In mehr als 207 Ländern wurde das Spitzenspiel der Fußball Bundesliga live übertragen. Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München – endlich kam es zum langerwarteten Kräftemessen der beiden Schwergewichte in Deutschland. Knapp 180 Tage nach dem deutsch – deutschen Champions League Finale in Wembley erhoffte sich der BVB eine Revanche für die Niederlage in London.

Chancenplus des BVB in der ersten Halbzeit

Über weite Strecken des Spiels wurde deutlich, dass es sich hier um das Spitzenspiel in Deutschland handelt. Erkennbar waren die taktischen Handschriften der Trainer auf beiden Seiten. Zum einen gab Jürgen Klopp die taktische Anweisung, entgegen aller Erwartungen, nicht so hoch wie gewohnt zu verteidigen, den FC Bayern somit etwas Spielraum zu gewähren und die eigene neuformierte Defensive zu stabilisieren. Zum anderen wollte Pep Guardiola vor allem in Halbzeit eins mehr lange und hohe Bälle in die Spitze sehen, weshalb er auch Mario Mandzukic statt Mario Götze von Beginn an spielen ließ.

Bereits in der dritten Spielminute hatte Robert Lewandowski die große Chance zum 1:0 für die Borussia. Er kam jedoch in Rückenlage und verzog somit seinen Schuss über das Gehäuse des Tores von Manuel Neuer. Wenig später wurde Marco Reus mit dem tollen Dortmunder Kurzpassspiel elegant freigespielt und lief aus halb – linker Position allein auf Neuer zu – das Ergebnis war ein schwacher Abschluss mit dessen linken Fuß, der unseren Nationaltorhüter auf keine große Probe stellte. Auf der anderen Seite kamen die Münchner zu weniger erwähnenswerten Chancen in Durchgang eins. Nur Mario Mandzukic (37. Minute) und Thomas Müller (42. Minute) näherten sich dem Dortmunder Gehäuse an.

Zielstrebigkeit entscheidet das Spiel

Erst in Halbzeit zwei ergaben sich mehr Räume für beide Mannschaften, die der amtierende Deutsche Meister besser zu nutzen wusste. Der unter lärmenden Pfiffen eingewechselte Mario Götze brachte die Bayern in Führung. Nun entwickelte sich ein intensives Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Doch der BVB verspielte gute Chancen leichtfertig in dem man vor dem gegnerischen Tor die Zielstrebigkeit vermissen ließ. Ganz im Gegenteil der FCB. Eiskalt nutzen Arjen Robben (85. Spielminute) und Thomas Müller (87. Spielminute) ihren Chancen und stellten den Endstand von 0:3 her.

Unparteiische Meisterleistung

Unter dem Strich gewinnt der FC Bayern ein intensives Topspiel mit 3:0. Doch dieses Spiel verdankt sein hohes Niveau zu einem Großteil der Spitzenleistung von Manuel Gräfe. Diesmal geht es nicht um die Analyse einer Fehlentscheidung des Mannes in Schwarz, sondern um die Offenbarung der Stärke des Referees an diesem Tag.

Gräfe agierte dauerhaft als Autorität auf dem Platz, stellte sich nicht heraus und fungierte als souveräner und ruhiger unparteiischer Dirigent des Spiels. Er behielt ständig die Kontrolle über ein Spiel mit hohem Tempo und hitzigen Gemütern, ließ zu dem viele Aktionen laufen und unterbrach nur wenn es wirklich notwendig war. Er war somit der Garant für den hohen Spielfluss.

Zu dem bewies er auch in kniffligen Situationen bestes Fingerspitzengefühl. So auch in der ersten Halbzeit bei einer Rangelei zwischen Kevin Großkreuz und Mario Mandzukic, für die beide Spieler die Rote Karte hätten bekommen können, Gräfe die Situation jedoch mit Gelb ahndete und den Spielern die Ernsthaftigkeit der Situation schilderte.

Allein anhand dieser Entscheidung bewies Gräfe höchste Qualität und verdient sich in diesem Spiel die Bewertung seiner Leistung mit Weltklasse. Eine wahre Werbung in größtem Stile für das Schiedsrichterwesen des Deutschen Fußball Bundes.

Autor: Tom Wolny

12. Bundesligaspieltag: VFL Wolfsburg – Borussia Dortmund

Die Borussia hat es in den letzten Tagen sicher nicht leicht. Die unglückliche Niederlage gegen den Tabellenführer der Premiere League, Arsenal London, in denen mehrere strittige Szenen gegen den BVB entschieden wurden und nun das wiederum erfolglose Bundesligaspiel vom Samstag in der „Volkswagen Arena“ beim VFL aus Wolfsburg.

Bissige Wölfe übernehmen das Geschehen

Von Beginn an war deutlich zu erkennen, dass der BVB die Niederlage unter der Woche im Champions – League – Spiel vergessen machen wollte. Dortmund bestimmte jedoch nur die ersten 20 Minuten, in denen nur das Tor zu 1:0 Führung ausblieb. Mehrere gute Chancen wurden vergeben oder zu meist fehlte der entscheidende letzte und somit tödliche Pass, um den Kapitän im Wölfe Tor, Diego Benaglio, entscheidend zu gefährden. Daraufhin bissen sich die Wölfe entscheidend ins Spiel und übernahmen klar die Initiative, kamen aber nicht zu nennenswerten Aktionen.

Einzig ein Kopfball vom Ex – Dortmunder Ivan Perisic, der letztlich ungefährlich am Tor vorbeistrich, sprang dabei heraus. Es dauerte bis zur 45. Minute als ein tolles Freistoßtor die ersehnte, doch unverdiente Führung des BVB herbeibrachte. Ein Foul kurz vorm Strafraum der Gastgeber bot dem Unparteiischen Drews keine andere Wahl als auf Freistoß für Dortmund, aus vielversprechender Position, zu entscheiden. Einer der wohl besten Schützen unserer Zeit, Marco Reus, ließ sich nicht bitten und verwandelte sehenswert zur Pausenführung.

Die zweite Halbzeit ist schnell umrissen. Der Gastgeber aus Wolfsburg kam erneut besser ins Spiel und erzielte mit etwas Glück das 1:1 in der 56. Minute. Der als Flanke gedachte Freistoß aus halbrechter Position vom VFL – Verteidiger Rodriquez fand ohne jeglichen Abnehmer den Weg ins lange Eck des Tores. Das Spiel war wieder offen.

Nur 10 Minuten später setzte sich Ivica Olic stark am rechten Flügel gegen Marcel Schmelzer durch. Olic kann ungehindert am Strafraum in Richtung Mitte des Spielfeldes ziehen und abschließen. Ein toller Schuss schlägt unhaltbar für Roman Weidenfeller an langen Pfosten des Dortmunder Gehäuses und bringt die Autostädter in Führung.

Auftakt einer hektischen Schlussphase war ein Freistoß von Marco Reus, aus ähnlicher Position, wie vor dem 1:0 – doch diesmal knallte der Ball an den linken Winkel des Tores des Schweizer Nationaltorhüters. Nun rannte Dortmund an. Eine nahezu gleiche Situation, wie gegen Arsenal, als das Ziehen von Per Mertesacker an Robert Lewandowski fehlerhafter Weise nicht geahndet wurde, blieb an diesem Tage erneut ungestraft, jedoch zu Recht.

Richtige Entscheidung – fehlerhafte Folgeentscheidung

Nur 120 Sekunden später traf Schiedsrichter Tobias Drews, zum Unglück der Borussen, eine Fehlentscheidung mit Folgen. Robert Lewandowski setzt sich stark gegen drei Gegenspieler durch, wird jedoch vor seinem Torabschluss regelwidrig von Ausgleichstorschütze Rodriguez vom Ball getrennt. Folge – Benaglio kann den Ball sicher aufnehmen, Lewandowski geht zu Boden, kein Elfmeterpfiff, das Spiel wird fortgesetzt.

Schaut man sich diese Szene genauer an, ist eine deutliche und starke Berührung des VFL – Verteidigers am rechten Bein Lewandowskis zu erkennen, welche mit Foul geahndet hätte werden müssen.
Somit verliert der BVB, unterstützt von Fehlentscheidungen, nicht nur das zweite Spiel innerhalb von drei Tagen, sondern auch die Tuchfühlung zu den Bayern aus München und muss nun schnell wieder in die Spur finden, um schon am nächsten Spieltag punkten zu können.

Autor: Tom Wolny