Archiv für den Monat: September 2013

Geschichte der Schiedsrichter

Der Einsatz von Schiedsrichtern bei Sportveranstaltungen gilt in vielen (Spiel-)Sportarten als Selbstverständlichkeit. Für alle am Fußball Beteiligten ist es heutzutage die natürlichste Sache der Welt, dass zu einem Fußballspiel auch ein neutraler Spielleiter gehört.

Zu Beginn leiteten die Mannschaftsführer

Doch als Mitte des 19. Jahrhunderts der Fußballsport seinen Ursprung nahm, war dieses Grundverständnis noch nicht geprägt. In den Anfangsjahren  leiteten die jeweiligen Mannschaftsführer die Partie. Wenn ein Spieler seines Teams eine Regelübertretung beging, unterbrach dessen Mannschaftsführer das Spiel und gab das Leder für den „Stoß“ durch den Gegner frei.

Berufungsinstanz bei Meinungsverschiedenheiten

Erst 1873 kam der Begriff des Schiedsrichters auf, zusätzlich zu den zwei sogenannten „Umpires“. Der Schiedsrichter wurde am Spielfeldrand postiert und hatte lediglich die Funktion einer Berufungsinstanz bei Meinungsverschiedenheiten.

Verstieß ein Spieler gegen das Regelwerk, wurden zuerst die Umpires von den Mannschaftsführern gefragt. Erst wenn diese sich nicht einigen konnten, musste der Schiedsrichter, der als „Referee“ bezeichnet wurde, als höchste Instanz eingreifen.

Als dann im Jahre 1880 der Schiedsrichter Eingang in das Regelwerk fand, wurde dies wie folgt festgehalten: „…Pflicht, in allen Streitfällen der Umpires zu entscheiden. Er soll sich über den Verlauf des Spieles Aufzeichnungen machen und auch die Zeit nehmen. Bei ungebührlichem Betragen eines Spielers soll er den oder die schuldigen Spieler verwarnen oder und bei grob unsportlichem Betragen vom Spiel ausschließen.

Der oder die Namen der schuldigen Spieler sind der zuständigen Behörde zu melden, die allein das Recht hat, eine Entscheidung entgegenzunehmen.“ Der Referee war demnach weiter nicht der unstrittige Leiter der Partie, aber schon die bestimmende Instanz bei etwaigen Meinungsverschiedenheiten. Jeder Schiedsrichter, auf den sich die beiden Teams festlegten, war in seinen Handlungen und Entscheidungen nicht anzufechten – auch das Wort der „Neutralität“ wurde noch nicht in den Regeln festgehalten.

Schiedsrichter der alleinige Spielleiter

Die Pflicht, für die Leitung eines Spieles einen Schiedsrichter zu bestimmen, bestand seit dem Jahre 1882, weil sich die Unstimmigkeiten häuften. Den Schiedsrichter als alleinigen Leiter eines Spieles gibt es seit dem Jahre 1890.

Bereits 1891 wurden dann die Umpires abgeschafft und stattdessen die Linienrichter (später: „Schiedsrichterassistenten“) eingeführt, die dem Schiedsrichter untergeordnet wurden. Im Profibereich wurde bald noch ein vierter Offizieller eingeführt, die Auswechslungen kontrolliert, die Nachspielzeit anzeigt und das Verhalten der Coaches überwacht.

2 zusätzliche Torschiedsrichter

Seiten der Gruppenphase der Europa-League 2009/2010 werden außerdem immer wieder zwei zusätzliche Torschiedsrichter installiert, „Torrichter“. Diese sind hinter der Torlinie postiert und müssen entscheiden, ob ein Ball die Torlinie überquert hat, der Treffer also gültig gegeben wird.

Von Dominik Langenegger